Bewegung: Es tut dem Herzen gut

Bewegung kann nicht nur den Taillenumfang reduzieren. Sie kann auch dazu beitragen, ein verdicktes und vergrößertes Herz zu verkleinern.

Reguläre Bewegung kann bei der Behandlung eines vergrößerten Herzens mindestens so vorteilhaft sein wie Blutdruckmedikamente.

Forscher der Washington University School of Medicine in St. Louis haben herausgefunden, dass ein moderates Trainingsprogramm bei älteren Menschen mit leichtem bis mäßig erhöhtem Blutdruck genauso wirksam ist wie ein gängiges Blutdruckmedikament, um die Herzmasse und die Dicke der Herzwand zu verringern. Sowohl die Herzmasse als auch die Herzwanddicke sind potenziell gefährliche Risikofaktoren für künftige Herzkrankheiten und Herzversagen.

Bewegung brachte auch Vorteile, die das Herzmedikament nicht hatte, wie z. B. die Senkung des Risikos einer Person, Diabetes zu entwickeln. Dennoch scheinen Medikamente immer noch der beste Weg zu sein, um den Blutdruck deutlich zu senken.

„Unsere Studie hat bestätigt, dass Medikamente bei der Senkung des Blutdrucks wirksamer sind als körperliche Betätigung“, sagt Studienleiter Ali A. Ehsani, M.D., Kardiologe an der Washington University im Barnes-Jewish Hospital. „Aber unser Hauptziel war es, die Wirkung von Bewegung auf andere wichtige Gesundheitsfaktoren wie die Herzgröße zu bestimmen.“

Die Studie wurde in der Augustausgabe 2004 des American Journal of Physiology veröffentlicht: Regulatory, Integrative and Comparative Physiology veröffentlicht.

Das Team um Ehsani teilte ältere Männer und Frauen nach dem Zufallsprinzip entweder einer Medikamenten- oder einer Trainingsgruppe zu. Die Teilnehmer der Medikamentengruppe erhielten sechs Monate lang einmal täglich eine Dosis des gängigen Blutdruckmedikaments Hydrochlorothiazid.

Die Teilnehmer der Trainingsgruppe durchliefen ein zweiphasiges Trainingsprogramm. Einen Monat lang nahmen sie dreimal pro Woche an 40-minütigen Flexibilitätskursen teil. In den folgenden fünf Monaten machten sie dreimal wöchentlich 40 bis 60 Minuten lang Ausdauertraining in Form von zügigem Gehen, Joggen und/oder Radfahren. Anfangs lag die Trainingsintensität bei etwa 60 bis 70 Prozent der maximalen Herzfrequenz der Teilnehmer, wurde aber allmählich auf etwa 85 Prozent der maximalen Herzfrequenz gesteigert.

Sowohl in der Trainings- als auch in der Medikamentengruppe gab es drei Teilnehmer, deren Blutdruck nicht auf die Behandlung ansprach und die daher zur weiteren Behandlung an ihren Hausarzt zurückverwiesen wurden. Insgesamt 28 Freiwillige, die im Durchschnitt 66 Jahre alt waren, beendeten die gesamten sechs Monate der Studie – 16 in der Übungsgruppe, 12 in der Medikamentengruppe.

Mäßige Bewegung kann für ältere Patienten mit vergrößertem Herzen sehr vorteilhaft sein.

Wie aufgrund früherer Studien zu erwarten war, war die medikamentöse Behandlung bei der Senkung des systolischen Blutdrucks – der höchsten Zahl in einer Blutdruckmessung – etwa doppelt so wirksam. Das Team stellte jedoch fest, dass körperliche Betätigung ebenso wirksam wie das Medikament war, um andere wichtige Gesundheitsfaktoren zu reduzieren, wie z. B. die Dicke des Herzmuskels in den unteren Herzkammern, die so genannte „Herzwand“.

Eine wichtige Erkenntnis war laut Ehsani, dass körperliche Betätigung ebenso wirksam wie Hydrochlorothiazid war, um die Gesamtmasse des Herzens zu reduzieren.

„Eine der gefährlichsten Auswirkungen von Bluthochdruck ist seine Wirkung auf die Herzmasse“, erklärt er. „Bei Bluthochdruck muss das Herz härter arbeiten, um das Blut in den Körper zu pumpen, was zu einer so genannten Hypertrophie führt, also einer Zunahme der Herzmasse. Die Hypertrophie selbst prädisponiert die Patienten für Erkrankungen wie Herzrhythmusstörungen und kann zu Herzversagen führen.“

Ehsanis Team untersuchte auch die Auswirkungen der beiden Behandlungen auf den Stoffwechsel, z. B. die Insulinresistenz, die eine Vorstufe von Diabetes ist. Bewegung reduzierte die Insulinresistenz signifikant und verbesserte die aerobe Kapazität, während Hydrochlorothiazid auf beides keinen Einfluss hatte.

„Auf der Grundlage unserer Ergebnisse bin ich der Meinung, dass Patienten mit Bluthochdruck im Frühstadium versuchen sollten, Sport zu treiben und Gewicht zu verlieren und zu sehen, was passiert“, empfiehlt Ehsani. „Wenn das nicht klappt, müssen sie mit Medikamenten behandelt werden. Es ist aber auch möglich, dass Bewegung und Medikamente bei manchen Menschen eine zusätzliche Wirkung haben und dass eine Kombination von beidem die beste Option ist.“

Patienten, die weitere Informationen wünschen, können sich an 314-867-3627 wenden.

Rinder MT, Spina RJ, Peterson LR, Koenig CJ, Florence CR, Ehsani AA. Vergleich der Auswirkungen von Bewegung und Diuretika auf die linksventrikuläre Geometrie, Masse und Insulinresistenz bei älteren hypertensiven Erwachsenen. Amerikanische Zeitschrift für Physiologie: Regulatory, Integrative and Comparative Physiology, v. 287(2), pp. 360-368, August 2004.

Diese Forschung wurde von den National Institutes of Health unterstützt.

Die haupt- und ehrenamtlichen Dozenten der School of Medicine der Washington University gehören auch zum medizinischen Personal des Barnes-Jewish und des St. Louis Children’s Hospital. Die School of Medicine ist eine der führenden medizinischen Forschungs-, Lehr- und Betreuungseinrichtungen des Landes und wird derzeit vom U.S. News & World Report als zweitbeste Einrichtung des Landes bewertet. Durch ihre Zugehörigkeit zu den Barnes-Jewish und St. Louis Children’s Hospitals ist die School of Medicine mit BJC HealthCare verbunden.

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