Seeing the Picture

Ich finde die Geschichte von Steve Jobs und Mona Simpson faszinierend – leiblicher Bruder & Schwester (mit einem syrischen Vater), die in getrennten Familien aufgewachsen sind und nie voneinander wussten, bis Jobs 27 war – Kurz gesagt: Jobs, aufgewachsen in einer bescheidenen Mittelklasse-Familie in Kalifornien, wird der äußerst erfolgreiche, geniale Chef von Apple und entdeckt dann, dass er eine Schwester hat, die von ihrer (amerikanischen) leiblichen Mutter in Wisconsin aufgezogen wurde und ebenfalls ein Genie ist, die Schriftstellerin Mona Simpson. Nachdem sie sich kennengelernt haben, entwickeln sie eine enge Beziehung.

Der unten auszugsweise wiedergegebene Artikel von Steve Lohr im New York Times Magazine von 1997 (der kurz nach Simpsons Roman A Regular Guy von 1996 und auch kurz nach Jobs‘ Rückkehr als Apple-Chef geschrieben wurde) ist die beste Quelle, die ich zu dieser Beziehung gefunden habe – vor allem, weil er seltene Äußerungen von Jobs dazu enthält. Unterhalb des Auszugs erörtere ich die Schwierigkeit, Informationen über die Beziehung zwischen Jobs und Simpson zu finden, sowie andere Informationsquellen. Hier ist der Auszug aus der NYT, der in der Mitte eines langen Artikels über Jobs steht:

Als Jobs auf Mona Simpson traf, eine Schwester, die in ganz anderen Verhältnissen aufgewachsen war, war es, als wären sie Teil eines Experiments zwischen Natur und Erziehung gewesen. Er war verblüfft von der Ähnlichkeit ihrer Intensität, ihrer Eigenschaften und ihres Aussehens.

Seit er ein Teenager war, hatte er sich gelegentlich bemüht, seine biologische Familie ausfindig zu machen. Er hatte fast aufgegeben, als er im Alter von 27 Jahren entdeckte, dass seine leiblichen Eltern noch ein weiteres Kind hatten, das sie später behalten hatten, seine jüngere Schwester. Aus Gründen der Privatsphäre, erklärt Jobs, will er nicht über seine biologischen Eltern sprechen und auch nicht darüber, wie er seine Schwester schließlich ausfindig gemacht hat.

Wie sich herausstellt, ist seine Schwester die Schriftstellerin Mona Simpson, deren neues Buch „A Regular Guy“ von einem Unternehmer aus dem Silicon Valley handelt, der eine verblüffende Ähnlichkeit mit Steve Jobs hat. Nachdem sie sich kennengelernt hatten, baute Jobs eine Beziehung zu ihr auf und besuchte sie oft in Manhattan, wo sie lebte und immer noch eine Wohnung unterhält. Bis heute haben weder Jobs noch Simpson in der Presse über ihre Beziehung gesprochen, und sie tun dies auch nur noch spärlich. „Mein Bruder und ich stehen uns sehr nahe“, sagt Simpson. „Ich bewundere ihn sehr.“

Jobs sagt nur: „Wir sind eine Familie. Sie ist eine meiner besten Freundinnen auf der Welt. Ich rufe sie an und spreche alle paar Tage mit ihr.“

Ein paar Worte dazu, wie ich diesen Artikel gefunden habe und wie schwierig es ist, Informationen über die Beziehung zwischen Jobs und Simpson zu finden – Ich habe natürlich mit einer Google-Suche nach Steve Jobs Mona Simpson begonnen – Die ersten beiden Treffer sind die Wikipedia-Artikel über Jobs und Simpson, was ein Hinweis darauf ist, dass es nichts Definitives über die Beziehung zwischen den beiden gibt – wenn es das gäbe, wäre es höher eingestuft als die Wikipedia-Artikel. Der obige Lohr/NYT-Artikel steht auf Platz 3. Er verdient diese hohe Platzierung, weil er den besten Kommentar zur Beziehung zwischen Jobs und Simpson enthält, und zwar aus der Sicht beider Geschwister und nicht nur aus der Sicht des einen oder des anderen, wie in den anderen Top-10-Treffern. Seltsamerweise verlinkt Google jedoch auf eine nachgedruckte Version des Artikels statt auf die Originalversion der NYT, vielleicht weil alles auf einer Seite steht.

Im Wikipedia-Artikel über Simpson steht nichts über Jobs. Der Artikel über Jobs hat eine seltsam dokumentierte, kurze Erwähnung von Simpson, mit den Anmerkungen 10 und 21-25 über ihre Beziehung zu Jobs, aber der NYT/Lohr-Artikel, oben, ist nur in den allgemeinen Artikeln über Jobs aufgeführt, ohne dass er Simpson erwähnt. Ein weiteres rätselhaftes Detail in der Wikipedia-Dokumentation: Im Abschnitt Anmerkungen ist ein Artikel aufgeführt, der zwar nicht viel über die Beziehung zwischen Jobs und Simpson aussagt, aber gute Informationen über Simpsons familiären Hintergrund in Green Bay enthält, wo sie von ihrer Mutter aufgezogen wurde. Er ist besonders nützlich, weil er Jobs‘ biologischen, aus Syrien stammenden Vater beschreibt. Im Wikipedia-Artikel Notes gibt es keinen Link zu dem eigentlichen Artikel, sondern nur zu der Zeitungsseite:

22. Andy Behrendt, „Apple Computer mogul’s roots tied to Green Bay,“ Green Bay Press-Gazette, December 4, 2005.

Vermutlich ist der Artikel nicht verlinkt, weil er bei der Green Bay Press-Gazette nicht mehr verfügbar ist. Er ist hier verfügbar (scrollen Sie dazu etwa bis zur Hälfte der Seite).

Schließlich noch ein letztes kleines Stück in dieser Wahrheit-ist-fremder-als-Erfindung-Erzählung – Aus dem Wikipedia-Artikel über Simpson – Ihr Ehemann ist Richard Appel, und er ist ein Autor für die Simpsons. Hmmm …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.