Wer hat die Jukebox erfunden?

Wir wollten neulich gerade im Wonderopolis-Diner zu Mittag essen, als wir drüben an der Jukebox einen Krach hörten. Eine kleine Gruppe von Bauernhoftieren streitet sich darüber, welches Lied gespielt werden soll:

Hühner: Ich will den Hühnertanz hören!

Hund: Keiner im Restaurant will tanzen. Warum spielen wir nicht B-I-N-G-O?

Kuh: Wir kennen deinen Namen schon, Bingo. Lasst uns einfach Old MacDonald Had a Farm hören. So können wir alle mitsingen!

Die Kuh warf einen Vierteldollar in die Jukebox und schon schallte Old MacDonald Had a Farm aus den Lautsprechern. Mit einem Gackern hier, einem Bellen dort und einem Muh-Muh überall brachten die Tiere bald das ganze Lokal zum Mitsingen.

Dieses musikalische Mittagserlebnis brachte uns dazu, über die Jukebox nachzudenken. Wer hat dieses wunderbare Gerät erfunden und seit wann gibt es sie?

Die erste Jukebox in der Geschichte sah ganz anders aus als die Jukeboxen, die wir heute kennen. Am 23. November 1889 stellte der Erfinder Louis Glass eine Musikmaschine in einer Ecke des Palais Royale Saloons in San Francisco auf.

Die Maschine war ein Edison-Phonograph, der mit einem Münzeinwurf modifiziert und in einen Eichenschrank eingebaut wurde. Eine 25-Pfund-Schwefelsäurebatterie lieferte den Strom für den Betrieb des Phonographen. Es konnte jeweils nur eine Wachsrolle abspielen, die von Hand gewechselt werden musste.

Da es noch keine Verstärker gab, mussten die Benutzer die Musik durch eine von vier Hörröhren hören. Die Röhren sahen ein bisschen aus wie Stethoskope, die man in die Ohren steckte. An der Seite des Geräts hingen Taschentücher, mit denen man die Röhren nach jedem Gebrauch abwischen konnte.

Es kostete einen Nickel pro Röhre und pro Lied. Glass nannte sein Gerät einen „Nickel-in-the-slot“-Phonographen. Dieser Name entwickelte sich schließlich zu Nickelodeon, einem beliebten Spitznamen für die frühen Jukeboxen.

Mit dem technischen Fortschritt entwickelte sich auch die Jukebox weiter. Im Jahr 1906 konnte der „Automatic Entertainer“ von John Gabel 24 verschiedene Titel auf 10-Zoll-Scheiben abspielen.

In den 1940er Jahren konkurrierten drei Hersteller darum, die beste Jukebox der Welt zu bauen: Wurlitzer, Seeburg und Rock-ola. Nachdem RCA Victor 1949 die kleinere Schallplatte mit 45 Umdrehungen pro Minute eingeführt hatte, konnten die Jukeboxen bald eine größere Auswahl als je zuvor bieten. Die „Select-O-Matic“-Jukebox von Seeburg zum Beispiel bot 100 Titel zur Auswahl.

Die Jukebox erreichte in den 1950er Jahren wohl den Höhepunkt ihrer Popularität. Experten schätzen, dass es zu dieser Zeit bis zu 750.000 Jukeboxen in den USA gab.

Mit der Zeit wichen die Schallplatten den Compact Discs (CDs). Heute spielen moderne Jukeboxen einfach digitale Musikdateien ab. Dadurch können die heutigen Jukeboxen Tausende von Titeln abspielen.

Rock-ola ist die letzte Jukebox-Fabrik in den USA. Das Unternehmen liefert noch immer alle Maschinen für Johnny Rockets, eine Restaurantkette mit dem Motto der 1950er Jahre. Einige Experten glauben, dass es in den USA noch bis zu 250.000 Jukeboxen gibt.

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